Die Entwicklung einer positiven nachbarschaftlichen Mentalität und somit eine nachhaltige Veränderung von negativ geprägten Einstellungen und Vorurteilsstrukturen stellt einen mittel- bis langfristigen Prozess dar. Dieser ist in einem engen Zeitrahmen nur punktuell und begrenzt beeinflussbar.
Das Projekt „Gute Nachbarschaft im bayerisch-tschechischen Grenzraum“ besteht daher insgesamt aus drei Projektphasen mit einer jeweiligen Laufzeit von zwei Jahren.
1. Projektphase I: „Gute Nachbarschaft im bayerisch-tschechischen Grenzraum – Aufbau eines grenzüberschreitenden Informations- und Kommunikationsmanagements“
Laufzeit: Januar 2002 – Dezember 2003
Finanzierung: EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG III A und bayerische Landesentwicklung

Da die Veränderung von Einstellungen, Vorurteilsstrukturen und Verhaltensweisen einen Prozess darstellt, der nicht innerhalb von zwei Jahren beendet sein kann, erschien die Durchführung einer zweiten Projektphase zwingend notwendig.
2. Projektphase II: „Gute Nachbarschaft im bayerisch-tschechischen Grenzraum – Aufbau einer raumbezogenen interkulturellen Kompetenz“ und „Fortführung und Ausbau des grenzüberschreitenden Internetportals www.gute-nachbarschaft.org“
Laufzeit: Januar 2003 – Dezember 2004
Finanzierung: EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG III A und bayerische Landesentwicklung
Die Erfahrungen aus der vorangegangenen Umsetzungsphase führten zu folgendem Schluss:
Aufgrund dessen bildete einen Schwerpunkt die Vermittlung interkultureller Kompetenz. Dieses bestehende Modellprojekt wurde auf zwei weitere Bereiche der Wirtschaft – nämlich Handwerk und Tourismus – ausgeweitet . Zudem wurden weitere Modellprojekte zu diesem Themenkomplex für die Bereiche Kindergärten und Schulen (Realschulen und Gymnasien) erarbeitet. Im Einzelnen wurden so folgende Projekte umgesetzt:
Ein weiterer Ansatzpunkt lag in der Förderung von Erfahrungs- und Meinungsaustauschen zwischen grenzüberschreitend aktiven und daran interessierten Gruppen. Damit sollte gleichzeitig der Auf- und Ausbau von Kontaktnetzen unterstützt und Wissen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit vermittelt werden. Der Schwerpunkt wurde hier auf den Bereich Bildung gelegt:
Darüber hinaus erschien es wichtig, jene Teilprojekte weiterzuführen (d.h. zu aktualisieren und zu überarbeiten), durch die wertvolle Informationen für die konkrete grenzüberschreitende Projektarbeit den Akteuren und Interessenten zur Verfügung gestellt werden – vor allem zu Themen in den Bereichen Finanzierung, Recht, Administration und Landeskunde. Diese stellen neben interkulturellem Wissen und Verständnis eine weitere wichtige Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit:
Daneben wurde im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit das
durchgeführt.
Die Ergebnisse und Erfahrungen aus dieser Umsetzungsphase zeigten, dass das Projekt weitergeführt und noch stärker auf den Ansatz der Entwicklung einer raumbezogenen interkulturellen Kompetenz ausgerichtet werden müsse.
3. Projektphase III: „Gute Nachbarschaft im bayerisch-tschechischen Grenzraum: Aufbau einer raumbezogenen interkulturellen Kompetenz – Fitnessprogramm ‚Interkulturelle Kompetenz’“
Laufzeit: April 2006 – April 2008
Finanzierung: Bayerische Landesentwicklung
Gegenwärtig befindet sich das Projekt in seiner dritten Umsetzungsphase. Hier gilt es besonders darauf zu achten, welche verschiedenen Grade eines interkulturellen Wissens und Verständnisses bei den einzelnen Zielgruppen verankert werden können. So wird es zum einen um Wissenserweiterung - also Informationsvermittlung zu Themen wie Sprache, Landeskunde, eigene und fremde Kultur etc. – gehen. Zum anderen wird die emotionale Seite zu berücksichtigen sein, d.h. es sollen Maßnahmen eingesetzt werden, die eine emotionale Auseinandersetzung mit der fremden Kultur anhand von eigenen Erfahrungen bewirken. Vor allem aber gilt es hier, stark auf den Aspekt der Motivation einzugehen, so dass die Notwendigkeit einer guten Nachbarschaft und damit der Entwicklung einer interkulturellen Kompetenz im Grenzraum erkannt wird.