Auf beiden Seiten der bayerisch-tschechischen Grenze sind deutliche Unterschiede beispielsweise in
festzustellen. Diese erschweren oft eine gute Zusammenarbeit und führen häufig zu Konflikten. Zudem herrschen häufig Missverständnisse vor, die aus mangelnden Kenntnissen der kulturellen, historischen und sozialen Hintergründe des Gegenübers resultieren.
Für die interregionale und transnationale Zusammenarbeit stellt die Erkundung der Mentalitäten eine wichtige Voraussetzung dar. Deshalb ist es
Als Zielgruppen werden bayerische und tschechische Vertreter vor allem aus den Bereichen öffentliche Verwaltung und Wirtschaft – Industrie, Handwerk, Tourismus – festgelegt.
Mit dem Modellprojekt „Förderung interkultureller Kompetenz“ sollen so Vertreter beider Länder aus den ausgesuchten Bereiche zusammengeführt werden, um
Darüber hinaus ist die Erstellung eines Leitfadens vorgesehen, der Informationen zur Verbesserung der interkulturellen Kommunikations- und Handlungsfähigkeit übermitteln soll.
Bereiche Öffentliche Verwaltung und Industrie
Im Rahmen der ersten Umsetzungsphase des Gesamtprojektes „Gute Nachbarschaft“ wurden zwei 2-tägige Workshops durchgeführt, mit den Schwerpunkten
Der Artikel "Gute Nachbarschaft will gelernt sein" von Michael Neubauer (2003) gibt detaillierte Informationen über die vermittelten Inhalte und den Ablauf dieser Workshops.
Workshop 25. – 26. 02. 2003 in Hof/Saale:
Am 25. und 26. Februar 2003 wurde in Hof/Saale im Gasthof Falter der erste Workshop "Interkulturelle Kompetenz" für den nördlichen Teil des bayerisch-tschechischen Grenzraumes durchgeführt. Knapp 30 Vertreter hauptsächlich aus den Bereichen Wirtschaft und Verwaltung von beiden Seiten der bayerisch-tschechischen Grenze konnten dabei ihr interkulturelles Wissen überprüfen, erweitern und anwenden. Dabei wurde nicht nur der Schwerpunkt auf die Vermittlung von Theorien gelegt, sondern der praktische Bezug erhielt eine zumindest gleich hohe Gewichtung. So wurden unter anderem
Die wichtigsten Inhalte können Sie dem Protokoll und dem Artikel "Gute Nachbarschaft will gelernt sein" entnehmen.
Workshop 14. – 15. 05. 2003 in Kubova Hut:
Ein zweiter Workshop "Interkulturelle Kompetenz" fand am 14. und 15. Mai 2003 in Kubova Hut (Tschechische Republik) im Hotel Arnika für den südlichen bayerisch-tschechischen Grenzraum statt. Wie beim ersten Workshop in Hof kamen die ca. 35 Vertreter von beiden Seiten der Grenze vor allem aus den Bereichen Wirtschaft und Verwaltung. Der Ablauf der beiden Veranstaltungen wurde weitestgehend übereinstimmend organisiert, so dass auch hier die Vermittlung interkulturellen Wissens anschaulich und praxisnah erfolgte, z. B. durch den Besuch des bayerischen und tschechischen Standortes des Unternehmens Seaquest Löffler.
Die wichtigsten Inhalte können dem Protokoll entnommen werden.
Bereiche Tourismus und Handwerk
Im Jahr 2005 wurden in der zweiten Phase des Gesamtprojektes „Gute Nachbarschaft“ vier weitere Seminare für bayerische und tschechische Vertreter der Bereiche
durchgeführt. Diese eintägigen Veranstaltungen gaben den Teilnehmern neben theoretischen Grundlagen vor allem praxisnahes Wissen in Form von Podiumsdiskussionen, Rollenspielen und Videobeiträgen zum Auf- und Ausbau interkultureller Kompetenz. Inhaltliche Schwerpunkte bildeten:
Einen Überblick über die vermittelten Inhalte können Sie dem Programm für Vertreter aus dem Tourismusbereich und dem Programm für Vertreter des Handwerksbereiches entnehmen.
Workshops zur Ausbildung „Interkulturell Beauftragter“
Die von der ICUnet.AG (Passau) entwickelte dreitägige Weiterbildung zum „Interkulturell Beauftragten“ in der öffentlichen Verwaltung fand vom 5. bis 7. März in Regen und vom 19. bis 21. März in Schwandorf statt. Die beiden Veranstaltungen waren gut besucht, wobei sich der Teilnehmerkreis aus den unterschiedlichsten Bereichen der öffentlichen Verwaltung zusammensetzte (Bürgermeister, Mitarbeiter des Landratsamtes, des Amts für Landwirtschaft, der Polizei, der Schulen, des Tourismusverbands etc.).
Die Teilnehmer erhielten Informationen über die Themenbereiche Verhandlungsführung, Besprechungen, telefonische und schriftliche Kommunikation mit tschechischen Partnern, Hierarchiedenken, Formalismen, Struktur der kommunalen und staatlichen Verwaltung in der Tschechischen Republik u. a. mehr. Die angewandten Lehrmethoden legten besonderen Wert auf interaktive und erlebnisorientierte Elemente wie z. B. Simulationen und Rollenspiele, Diskussionen, Fallstudien und Videomaterial. Ferner wurde den Teilnehmern eine Exkursion zum Besuch einer tschechischen Verwaltung angeboten. Die Resonanz bei den Teilnehmern war außerordentlich gut.
Die Unterlagen zur Ausbildung zum Interkulturell Beauftragten können Sie herunterladen.
Der zweisprachige Leitfaden wurde aus den Inhalten und Erfahrungen der durchgeführten Workshops erarbeitet und wird vor allem für Personen aus Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung zur Verfügung gestellt. Er dient sowohl als Einstieg in das Thema interkulturelle Kompetenz als auch als praxisnaher Begleiter für bayerisch-tschechische Geschäftsbeziehungen zu verwenden ist. Selbstverständlich bietet er darüber hinaus auch anderen Personenkreisen wertvolle Informationen zum richtigen Umgang mit dem bayerischen oder tschechischen Nachbarn.
Der Leitfaden wird als Download zur Verfügung gestellt.
Eine Bestellung von Druckexemplaren kann unter Lehrstuhl für Regionalentwicklung und Raumordnung der Technischen Universität Kaiserslautern erfolgen.